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WM 2022: Serbien provoziert den Kosovo mit Garderobenfahne

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«Völkermörderische Hassbotschaften» – Serben provozieren den Kosovo mit Garderobenfahne

25.11.2022, 22:0426.11.2022, 12:15

Einen Tag nach Serbiens Niederlage gegen Brasilien wird das Resultat zur Nebensache. Viral geht nicht mehr das wunderbare Tor von Seleçao-Stürmer Richarlison, sondern ein Bild einer Fahne, das mutmasslich vor der Partie gegen Neymar und Co. in der serbischen Garderobe aufgenommen wurde.

Das Bild zeigt eine Fahne, darauf zu sehen sind Umrisse des Kosovo, allerdings in den serbischen Farben. Hinzu kommt die Aufschrift «Niemals aufgeben». Der Fussballverband des Kosovo (FFK) hat am Freitag reagiert und auf Twitter folgendermassen Stellung genommen:

«Der FFK verurteilt das aggressive Vorgehen Serbiens gegen die Republik Kosovo aufs Schärfste. Die Fussballweltmeisterschaft ist ein Ereignis der Freude und Einheit und sollte Botschaften der Hoffnung und des Friedens aussenden, nicht Botschaften des Hasses.»

Wegen der «beschämenden Geste der serbischen Nationalmannschaft und der fremdenfeindlichen und xenophoben Botschaften in der Umkleidekabine» hat der Fussballverband des Kosovo gemeinsam mit dem Olympischen Komitee Kosovos beim Internationalen Olympischen Komitee und der FIFA Beschwerde eingereicht. Zudem heisst es von Seiten des Kosovarischen Verbandes:

«Es ist beschämend, wie die Führung des serbischen Fussballverbandes solche fremdenfeindlichen und völkermörderischen Hassbotschaften gegen ein gleichberechtigtes Mitglied des Internationalen Olympischen Komitees (IOC), der FIFA und der UEFA zulässt.»

Auch Daulina Osmani, die stellvertretende Ministerin für Kultur, Jugend und Sport des Kosovos, hat sich auf Twitter zur Aktion der Serben geäussert:

«Die chauvinistische Rhetorik Serbiens gegen die Republik Kosovo im Sport und in offiziellen Einrichtungen ist ein aggressiver Akt gegen menschliche und sportliche Werte und muss verurteilt werden. Keine Massnahmen zu ergreifen, ist an sich schon ein lauter Akt.»

Wie sportschau.de schreibt, wurde die in der Garderobe aufgehängte Fahne beim Spiel gegen Brasilien auch von einigen serbischen Fans hochgehalten.

Bis heute erkennt Serbien den Kosovo nicht als Staat an, Serbien möchte seine frühere Provinz zurückgewinnen.

Die Aktion weckt Erinnerungen an die Doppeladler-Affäre anlässlich des Spiels der Schweizer Nationalmannschaft gegen Serbien an der Weltmeisterschaft 2018 in Russland. Damals wurden die Schweizer Spieler mit kosovarischen Wurzeln von den serbischen Fans provoziert, Granit Xhaka und Xherdan Shaqiri haben nach ihren Toren mit den Händen einen Doppeladler geformt und demonstrativ damit gejubelt. Am nächsten Freitag trifft die Schweiz wieder auf Serbien, die Fahne der Serben dürfte zumindest nicht dazu beitragen, dass sich die Wogen glätten. Vor vier Jahren hat die Schweiz das Spiel gegen Serbien 2:1 gewonnen und sich für die Achtelfinals qualifiziert, die Serben schieden in der Gruppenphase aus.

Serbische Journalisten belagern Nati-Captain Xhaka
Nach dem Startsieg gegen Kamerun ist Granit Xhaka ein gefragter Mann, auch bei einigen Journalisten aus Serbien. Wie der «Blick» schreibt, sind diese aber nicht am Spiel gegen Kamerun interessiert, vielmehr geht es um die anstehende Partie gegen Serbien. Xhaka antwortet ruhig, die serbischen Reporter bleiben hartnäckig, so lange, bis der Medienchef des SFV interveniert und die Fragerunde abbricht. Fakt ist: Das Interesse von Medien aus Serbien und dem Kosovo ist gross, vor allem an Granit Xhaka und Xherdan Shaqiri. Bislang ist es ruhig geblieben. (rst)
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79 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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Hans Tom
25.11.2022 22:30registriert Juni 2021
Kleinrussland
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Kollani
25.11.2022 22:36registriert Januar 2017
Blöde und billige Aktion (aber who cares, was ein paar Rechtsextreme denken). Liebe Natispieler, bitte nicht provozieren lassen und einfach alles geben beim nächsten Spiel! Hopp schwiiz 🇨🇭
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Lion:ess
26.11.2022 08:33registriert Dezember 2015
Das, liebe FIFA, ist eine politische Botschaft; nicht der LIEBE Schriftzug im Krageninnern der Dänenleibchen.
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